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Krimipreise

Krimipreis 2010 – Volker Kutscher

Was hat die Jury der Burgdorfer Krimitage wie­der an Mord- und Tot­schlag über­lebt? Ohne Krimi ging sie nie ins Bett: Wie oft hat sie schlaf­lose Näch­te ver­bracht, mit Gänse­haut Sei­te um Sei­te ver­schlun­gen, sich in Alb­träu­men ge­wälzt und mit Ge­wis­sens­bis­sen ge­kämpft. Wer ist der Bes­te, wer die Bes­te? Wer soll den Preis der Stadt Burg­dorf be­kom­men?

Die Wahl fiel auf Vol­ker Kut­scher und sei­nen Krimi «Der stum­me Tod». Kut­scher führt uns ins Ber­lin der 30-er-Jahre, mit­ten in die ku­ltur­po­li­ti­sche Dis­kus­sion über den Ton­film, der die al­te Kunst des Stumm­films ab­löst. Vor die­sem Hin­ter­grund rächt sich der Mör­der auf schreck­li­che Art. Sei­ne Opfer sind Schau­spie­ler­innen.

Qualitäten von Kutschers Krimi sind die dichte Atmo­sphä­re, das ge­lun­ge­ne Mi­lieu­bild, das über­zeu­gen­de Motiv und die sorg­fäl­ti­ge Spra­che. All das hat der Jury aus­ser­or­dent­lich ge­fal­len. Des­halb ist Vol­ker Kut­scher der wür­di­ge Burg­dor­fer Kri­mi­preis­trä­ger 2010. Herz­li­che Gra­tu­la­tion!

Krimipreis 2008

Das schreckliche Geheimnis des kultivierten Monsieur Hofmann, eine Reise in die traurige Vergangenheit, eine verloren geglaubte Partitur von Jacques Offenbach und ein Massaker auf einem Schiff am Mainufer verknüpft Jan Seghers zu einem dermassen spannenden Krimi, dass er den diesjährigen Krimipreis einfach gewinnen musste.

Hunderte von Morden hat die Jury miterlebt, Dutzende von Täterinnen und Tätern verfolgt und eine ganze Reihe von Fällen gelöst, aber nirgends war sie so mitten drin im Geschehen, so atemlos dran wie bei der «Partitur des Todes». Seghers schreibt mit leichter Hand und liest sich süffig, auch wenn sein Thema menschliche Abgründe aufreisst und sein Kommissar Marthaler eher zu den Schwerenötern gehört. Und dass er drüberhinaus noch eine schöne Liebesgeschichte in seinen Krimi packt, kann ja ohnehin nie schaden.

Seit den letzten Krimitagen kamen nicht nur viele, sondern auch gute deutschsprachige Krimis auf den Markt. Aber einer musste gewinnen. Die Jury -übrigens alles immer noch rechtschaffene Leute, trotz all der kriminellen Literatur - gratuliert Jan Seghers zum Burgdorfer Krimpreis und heisst ihn herzlich willkommen. Die 5000 harten Schweizer Franken aus der Stadtkasse hat er verdient. Sie sollen ihn freuen.

Krimipreis 2006 - Stefan Slupetzky

Der Lemming ist wieder in Schwierigkeiten. Gerade hat ihn seine Freundin hinausgeworfen, und kurz danach schiesst ein Verrückter auf ihn. Zum Glück trifft es einen andern, der tot zusammenbricht, doch jetzt sucht die Polizei den Lemming als Mörder. Und damit ist er ein weiteres Mal in eine böse Geschichte verwickelt, die ihn heillos überfordert.

So erzählt Stefan Slupetzky seine Geschichte rund um den abgetakelten Wiener Detektiv Wallisch alias Lemming. Dies hat der Jury des Burgdorfer Krimipreises ausserordentlich gefallen. Slupetzkys Umgang mit der Sprache ist grandios! Fasziniert hat die Jury aber auch die Handlung des Romans: Bitterböses, Düsteres und Abgründiges fügen sich zum rasanten Krimi und zur sarkastischen Gesellschaftssatire. Und zwischendurch blitzen immer wieder augenzwinkernde Ironie und pechschwarzer Humor auf. Servus Wien! Seit den letzten Krimitagen kamen nicht nur viele, sondern auch gute deutschsprachige Krimis auf den Markt. Aber einer musste gewinnen. Die Jury verleiht dem Wiener Autor Stefan Slupetzky den Krimipreis 06 und schmiert ihn mit 5'000 Franken (für die sie sich notabene aus der Stadtkasse bedient hat).

Der Krimipreis 2004 - Ulrich Ritzel

Der Ulmer Krimiautor war in der Jury des Burgdorfer Krimipreises schon lange ein Thema. Dieses Jahr hat er's geschafft und wird für «Der Hund des Propheten» ausgezeichnet. Das erste und krimirelevanteste Argument für Ritzel: Sein Buch ist über 445 Seiten spannend. Er verknüpft ein Stück deutscher Zeitgeschichte mit kriminellen Machenschaften. Die Ingredienzen sind viel versprechend: Waffenhandel, Nazi-Gold, stramm-deutsche Pastoren und dazu bösartiger Ulmer Klatsch. Ueberzeugend ist auch Ritzels Hauptkommissar Berndorf. Er ist ein unspektakulärer Polizist, kein Blender, aber auch kein einsamer Wolf, sondern ganz einfach ein guter Typ mit schwierigem Beruf.

Krimipreis 2002

Der Krimipreis 2002 ging an Petra Hammesfahr.

Krimipreis 2000

Der Krimipreis 2000 ging an Wolf Haas.